Goldkurs


Der Goldkurs steigt seit dem Jahre 2000 stetig an, zwar immer wieder mit Schwankungen, jedoch die Richtung des Goldkurses zeigt  in der Tendenz nach oben. Heiß begehrt bei den einen – auf der anderen Seite kategorische Ablehnung.
Sie geben zu bedenken „Gold bringe keine Rendite, keine Zinsen, keine Dividenden wie bei Aktien,  keine Mieteinnahmen, wie bei Immobilien.“

Diese Argumente können jedoch  echte Goldfans nicht stoppen, sie investieren in Gold auch wenn der Goldkurs hoch ist, was wiederum den Goldkurs nach oben treibt. Goldmünzen in allen Stückelungen, gab es sogar bei „Lidl – Lebensmittel Discounter“. Für jeden Geldbeutel war Gold neben Gemüse und Brot zu haben, der Goldkurs spielte dagegen eine untergeordnete Rolle.

Goldkurs Historie – Gold stand hoch im Kurs

Seit tausenden von Jahren ist sich die Menschheit einig, dass Goldbesitz mit Luxus, Reichtum, Macht und Ansehen verbunden ist. Es war in der Vergangenheit das beste Tauschmittel.  Gold schaffte es bis in unsere Zeit wertvoll und erstrebenswert zu sein. Die Industriealisierung, die das Bürgertum reich machte, führte dazu, dass Goldschmuck und Goldanlagen gleichfalls zu ihrem  Lebensstil gehörten. Was früher nachgefragt war, ist es gegenwärtig auch heute. Angebot und Nachfrage lassen den Goldkurs auf und ab tendieren.

Alte Währungssysteme waren Gold gestützt

goldkursSo war z.B. die byzantinische Goldmünze „Solidus“ über Jahrhunderte lang der Inbegriff einer soliden und stabilen Währung. Bis in die Neuzeit waren Währungssysteme goldgedeckt und die Bürger konnten ihrem Geld vertrauen. Mit anderen Worten ausgedrückt, das Vertrauen, das dem Gold in der Vergangenheit zugesprochen wurde, basiert auf konkreten Erfahrungen. Bis heute steckt diese Erfahrung immer noch in unseren Köpfen. Eine Erklärung liefert der Wirtschaftswissenschaftler der „Wiener Schule“ Ludwig von Mises Anfang des 20. Jahrhunderts.  In seinem Regressionstheorem stellt er die These auf, dass unsere Zukunft von den heutigen Erfahrungen abhängt und unsere heutigen Erfahrungen von der Vergangenheit geprägt wurde. Kurz gesagt, was früher einen Wert besaß, wird auch künftig wertvoll sein. Gold bleibt nach wie vor Geld. Der Goldkurs spiegelt dieses Phänomen wieder in steigenden und fallenden Kursen. Seit dem Jahr 2000 ist der Goldkurs kontinuierlich gestiegen, Obwohl der Goldkurs in US-Dollar gehandelt wird, stieg sein Wert in allen wichtigen Währungen gleichzeitig an.

Fakten, die den Goldkurs beeinflussen

  • Gold und Silber werden als universales Zahlungsmittel weltweit akzeptiert, es ist also kaufkräftiges Geld.
  • Gold ist selten,  alles Gold der Welt ergäbe einen Würfel mit der Kantenlänge von rund 20 Metern.
  • Die Wachstumsrate des Goldbestandes beträgt pro Jahr konstant ca. 1,7 %
  • Die Wertbeständigkeit des Goldes wird durch die sog. Stock-to-Flow-Ratio  ermittelt, mit dem Ergebnis, dass Gold verglichen mit Silber und Kupfer sehr gut abschneidet. Sprich Gold ist werthaltig.
  • Gold ist ein ausgezeichnetes Wertaufbewahrungsmittel. Wenn die Zinsen niedriger sind als das Geldmengenwachstum, ist es besser Gold zu halten.

Gold ist kein Papiergeld. Eberhardt Unger, Chefvolkswirt meint, dass Gold das Rating AAA verdiene. Dieser Einschätzung folgend, wird der Goldkurs vermutlich tendenziell stabil bleiben, bzw. noch weiter ansteigen.

Währungssytem in der Krise – der Goldkurs stieg nach oben

goldkursAngesichts weltweit steigenden Staatsschulden und zunehmenden Geldmengen nimmt das Vertrauen der Bürger in die Beständigkeit von Euro, Dollar, Renminbi oder Yen ab.  Es steigt die Furcht vor einer Geldentwertung. Die Staatsverschuldung ist in allen großen Industriestaaten des Westens seit 2008 rasant gewachsen.  Die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA hat aktuell ca. 14,3 Billionen Dollar Staatsschulden. Aber auch in Europa, haben sich Schuldenberge aufgetürmt, in Deutschland belaufen sie sich momentan auf rund 2,1 Billionen Euro. Der Chefvolkswirt Polleit/Barclays Bank Capital Deutschland folgert, dass Währungen, die nicht goldgedeckt sind, im Laufe der Zeit stets wertlos geworden sind. Der Grund hierbei sei, dass Staaten Geld drucken, soviel sie möchten ohne sich gleichzeitig die entsprechende Goldreserve anzueignen.

„Fiat-Geld“ das heute üblich geworden ist, wird allein durch einen staatlichen Beschluss gedruckt, ohne eine werthaltige Deckung, z.B. durch Gold aufzuweisen.  Ein gutes Beispiel hierzu  liefert der US-Dollar. 1914 sah das Federal Reserve System in den USA eine 40-prozentige Deckung mit Gold vor. Als die USA 1971 die  Golddeckung von dem Dollar trennten, verlor er im Laufe der Zeit mehr als achtzig Prozent seines Wertes. Interessanter Weise verlor damals auch der Goldpreis an Wert, der Goldkurs fiel.

Der Goldkurs und das Geldmengenwachstum

Wissenschaftler zeigten in mehreren empirischen Untersuchungen: Geldmengenwachstum und Inflation fallen in Fiat-Systemen deutlich höher aus, als bei goldgedeckten Währungen.  Je mehr Geld die Notenbanken drucken, umso größer die Inflationsgefahr und umso höher werden die Perspektiven für steigende Goldkurse sein, da die Nachfrage wächst. Dies erklärt die Flucht vieler Anleger aus dem Dollar in das Edelmetall Gold. Sie suchen nach sicheren Häfen für ihr Vermögen. Gold ist ein vorzüglicher Inflationsschutz und so taugt das  Edelmetall gegen Kaufkraftverlust, wenn Währungssysteme aufgebläht sind, wenn das Vertrauen in die Finanzwelt, die Wirtschaft und deren Marktmechanismen schwinden.

Als vollkommen rational bezeichnen daher die Kritiker des heutigen Währungssystems das Verhalten der Anleger.  Die Flucht in die Edelmetalle, vorzugsweise in Gold. Seit Ende 2008 hat sich der Preis pro Unze mehr als verdoppelt, sprich der Goldkurs stieg kräftig an.

Unter dem Druck der Finanzkrise und der rapide gestiegenen Staatsschulden befürwortet selbst der Weltbankpräsident Robert Zoellick eine Bindung der Währungen an das Gold.  Papiergeld zu einem Teil mit Gold zu hinterlegen, war lange Zeit die Norm. In Deutschland bekam man im Oktober 1922 für eine Goldmark mit 0,35 Gramm Feingehalt noch tausend Reichsmark, 1923 war das Umtauschverhältnis eins zu einer Billion gestiegen, da man begonnen hatte wertloses Papiergeld zu drucken. Der erste Weltkrieg und die Reparationszahlungen an die Siegermächte führten Deutschland damals in den finanziellen Ruin, die in Krieg und Niederlage endeten.

Goldkurs – knappes Angebot und wachsende Nachfragegoldkurs

Der Goldkurs und seine Schwankungen haben mit Angebot und Nachfrage zu tun. Die Nachfrage nach Gold wächst weltweit. Das Angebot von Gold jedoch ist knapp. Außerdem erhöhen sich die Produktionskosten für Gold, d.h. die  Betriebskosten für 1 Unze Gold steigen. Traditionelle Minen verlagern den Goldabbau in Infrastrukturschwache Regionen. Was bedeutet, dass der  Ausbau von Transportwegen und anderer Einrichtungen im Vordergrund steht. Bis die erste Unze gefördert wird, entstehen also zukünftig höhere Kosten. Fachleute schätzen, dass der Arbeitskräftemangel zusätzlich die Förderung von Gold verteuert. Im Klartext, das Goldangebot wird knapper und teurer sein, was den Goldkurs wiederum antreiben dürfte.

Der Goldkurs und die Nachfrage insbesondere in China und Indien

Privatanleger treiben den Goldkurs nach oben. Seit einem Jahr boomen die Goldsparkonten in China als Alternative zum überhitzten chinesischen Immobilienmarkt, ca. 1,5 Mill. dieser Konten wurden bislang eröffnet. Besonders beliebt ist Schmuckgold in China und Indien. Hier ist noch keine Sättigung des Marktes abzusehen. Was die Nachfrage nach Gold, d.h.  den Goldkurs künftig anziehen lässt, sind die erwarteten höheren Einkommen der wachsenden Mittelschicht im gesamten asiatischen Raum. Der Goldkurs antwortet lediglich auf das ökonomische Grundgesetz: Nachfrage und Angebot, der Goldkurs reagiert.

Institutionelle Investoren kaufen Gold. Experten der Erst Group gehen davon aus, dass verstärkt institutionelle Investoren, wie Versicherungen und Pensionsfonds Gold kaufen, um ihre Investitionen abzusichern.
Weitere Nachfrageimpulse kommen aus dem Zentralbanksektor, hier wurden insbesondere von den Schwellenländern zugekauft, dieser Trend dürfte sich in 2012 noch verstärken.  Die Zentralbanken kauften im ersten Quartal in 2011 insg. 129 Tonnen, (Anteil der Schwellenländer 90 Tonnen).

Gold bringt keine Zinsen und Renditen – der Goldkurs fällt

Experten der Goldkritiker sagen, Gold trete der Geldentwertung nur zu Beginn entgegen. Denn im Kampf gegen steigende Verbraucherpreise erhöhen die Notenbanken die Zinsen. Früher oder später sind dann die Geldkonten für Anleger wieder attraktiver als Gold.  Der Goldkurs reagiert dann voraussichtlich mit starken Schwankungen, der Goldkurs  könnte sogar dann wieder tendenziell fallen.

Arm und Reich – Ungleichgewichte führen zu steigenden Goldkursen

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Derzeit ist fast jeder siebte US-Bürger auf Lebensmittelmarken angewiesen, die Arbeitslosigkeit wird mit etwa 11%, amtliche Zahl beziffert. Umgekehrt verdienen Manager mehr denn je. Im Goldreport der Erste Group heißt es dazu, dass solche Ungleichgewichte häufig zu Rezessionen, zu sozialen Spannungen und überdies zu steigenden Goldkursen führen.

Wie hoch kann der Goldkurs steigen?

Seit Jahren klettert der Goldkurs unaufhörlich nach oben, von einem Hoch zum nächsten. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt – 2000, 3000, … zehn Millionen für eine Feinunze Gold? Kritiker warnen vor einem „Platzen der Goldblase“. Jeden Goldkurs – Einbruch nutzen die Anleger jedoch, um ihre Goldbestände aufzustocken.  Glaubt man Analysten, sind  die aktuellen Goldkurse verglichen mit der Hausse von Anfang 1980, als eine Feinunze 675 Dollar kostete, momentan sogar unterbewertet. Die Beständigkeit und Berechenbarkeit des Geldsystems ist mit der Lösung von Gold als sicherer Anker im Finanzsystem  verloren gegangen. Ja, der Goldkurs selbst ist Spielball von einflussreichen Interessensgruppen geworden. Der Goldkurs kann steigen oder fallen, er kann schwanken oder stabil bleiben, auf jeden Fall kann der Goldkurs ein Kompass für ihre Investitionsentscheidungen auf dem Geldmarkt sein.

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